Dienstag, 27. Februar 2007

Zu gelassen

Heute ist Dienstag d. 27.2.02

"Die Kraftfahrzeugzulassungsstelle ist am kommenden Mittwoch geschlossen",
las ich heute in meiner Heimatzeitung. Daraufhin entstand ein heftiger Streit in unserer Familie, so dass jetzt meine Ehe auf dem Spiel steht. Bevor wir nun die teuren Anwälte bemühen, hoffe ich auf das Urteilsvermögen der Leser.

Ich lieber Guter: "Morgen ist auf!"
Es steht ja nicht, dass an d i e s e m , also am Mittwoch dieser Woche geschlossen ist, sondern am k o m m e n d e n. Meiner Meinung nach kommt immer erst "dieser" Mittwoch und der "kommende" folgt darauf. Wäre die Meldung am Mittwoch oder Donnerstag erschienen, wäre der Fall klar. So aber ...

Mein garstiges Weib: "Morgen ist zu!"
Schließlich steht ja dort, dass am k o m m e n d e n, also an dem Mittwoch, der jetzt kommt, geschlossen ist. Meinen Argumenten gegenüber zeigt sie sich unzugänglich, denn wir verkehren jetzt nicht mehr miteinander.

Freitag, 23. Februar 2007

Nichtschen

Ich war so dicht daran. So kurz davor. Nur noch wenige Klicks, dann wäre ich der 8888. Besucher eines Blogs gewesen, dessen Abonnent ich bin. In Gedanken genoss ich schon das Gläschen Wein, das mir Punctum gestern im Kommentar versprochen hatte.
Doch dann passierte es. Noch einmal auf ihre Seite gewandert, hatte der Zähler keine weiteren Fortschritte gemacht. Ja schlimmer noch. "0 (Null) online", zeigte er mir die kalte Schulter. Womit hab ich das verdient? Bin ich ein Niemand, ein Nichts?
Man kann mich meinetwegen als Nichtsnutz oder auch Taugenichts beschimpfen, das könnte ich verkraften. Ich hätte meine Daseinsberechtigung und könnte immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

Aber eine N u l l zu sein, das halte ich nicht aus.

Noch bin ich am überlegen, welche Maßnahmen ich gegen "so Einen", so einen schändlichen, menschenverachtenden Counter einleiten werde.

Dienstag, 20. Februar 2007

Observation

Heute, beim Besuch eines polnischen Supermarktes sah ich eine junge Frau. Na eher noch ein junges Mädchen, eine Azubi vielleicht, die an einem Regal irgendwelche Büchsen stapelte. Sie stand tief gebückt, die Hände auf dem Regal abgestützt und reckte einen prachtvollen Hintern in die Höhe.
Irgendwie schien sie nicht ganz bei der Sache zu sein, denn die neben ihr stehenden Dosen wurden nicht weniger. Da begriff ich, dass sie keine Büchsen einräumte, sondern sich ein paar Lücken geschaffen hatte, durch die hindurch sie das Kaufverhalten der Kunden beobachten sollte. Je nachdem, durch welche Öffnung sie nun schaute, knickte mal das linke Bein ein und die rechte Backe hob sich, oder der linke Zwilling straffte sich und das rechte Bein ging in die Knie. Sie schien Gefallen an dem Spiel zu finden, denn auch ihre Schenkel versetzten sich in aneinandergleitende, aufreizend reibende Bewegung. Irgendwie kam mir der Gedanke, wenn sie jetzt einen beim Klauen beobachtet, kriegt sie doch glatt einen Orgasmus.
Ich hätte das gerne noch fotografiert, aber da hörte ich schon neben einem voll heranrollenden Einkaufswagen eine mir seit vielen Jahren vertraute Stimme, die heute wie ein Reibeisen klang: "Wo bleibst du nur so lange, Spotty?!"

Sonntag, 18. Februar 2007

Entzugserscheinungen

Etwas ratlos hüstelnd stehe ich vor der offenen Tür der Führerscheinstelle und warte auf die Beachtung meiner Persönlichkeit.
"Wir haben heute geschlossen", belehrt mich eine Dame, "aber was wollten sie denn?"
"Ich soll einen Führerschein abgeben."
"Dann sind sie hier so wie so verkehrt, da müssen sie zur Bußgeldstelle", beschreibt sie mir mit mit einem ausgestreckten Finger die Richtung.
Unterwegs, auf einem halbdunklen Flur, begegnete einer jungen Frau, die sich auszukennen schien, denn sie balancierte mühelos mit ein paar Kaffetassen um die schummrige Ecke.
"Ich soll hier irgendwo einen Führerschein abgeben", versuche ich eine Annäherungsvariante mit Erfolg.
"Sind sie zu schnell gefahren?"
"Nein", erwidere ich wahrheitsgemäß.
"Für einen Monat oder länger?", setzt sie das Fragespiel fort.
"Ist das von Bedeutung?"
Ihre Nase wird länger und über die Kaffeetassen erhebend krieg ich zu wissen: "wenn es für mehr als einen Monat ist, müssen sie in ein anderes Zimmer."
"Ich weiß das nicht", lüge ich sie jetzt an, denn oft genug hab ich mir das mitgeführte Schreiben ja durchgelesen.
Entrüstet reckt sich ihr Hals, ragt weit über die Kaffetassen hinaus und unter der schnuppernden Nase klingt so etwas wie: " ... erst mal die Tür da ..."

"Guten Tag", - "Guten Tag", woanders würde man sagen "Grüß Gott", kriege ich dann einen Sitzplatz angeboten. Schon nach wenigen Minuten ist alles erledigt und erleichtert, ohne den Führerschein verlasse ich den Raum.
Auf dem Flur traf ich die Kaffeetante wieder. "Na, hat alles geklappt?", fragt sie leutselig.
"Natürlich", sage ich grinsend, indem ich mich schon dem Ausgang zudrehe.

Meine Tochter war auch erleichtert, dass sie die Formalitäten des Führerscheinentzugs nicht selbst erledigen musste.

Über mich

Man kann mir ruhig alles glauben, aber sollte es nicht ernst nehmen.

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